RADWANDLUNG

Wir radeln einen Wald

Monat: Mai 2017

Münster bis Roggow, Ostsee (21.4.-21.5.)

Museumsführung

Am Samstag begleiteten wir ein Stück einer zweitägigen Fahrradtour der BUND Ortsgruppe Schwerin. Wir fuhren an den Schweriner Seen entlang und lernten dabei einiges über deren Besonderheiten.

In dem schönen Örtchen Wiligrad machten wir eine Pause. Im Anschluss nahmen wir die Gruppe mit – auf eine etwas andere Museumsführung durch die Natur.

Am See, direkt am Schloss, suchten sich alle aus der Gruppe einen schönen Platz. Etwas ganz kleines, ein besonderer Baum oder Blickwinkel auf das Wasser. Dann machten wir zusammen einen Rundgang von einem Ausstellungsstück zum anderen.

Hier könnt ihr alle unsere Schätze sehen:

Der Kletterbadebaum

Schlafender Elefant

Wasserbaum

Feuerdalmatiner

Das Auge

Das Monster von Loch Ness

Baum mit Herz – Selbstbedienungsladen

Umbruch

Ehrenplatz für Ahrens von Weg

neues Leben

neues Leben

Perspektivwechsel

Ohne Geld unterwegs

Wie wir so schlafen

Viele unserer Übernachtungen und Stopps haben wir im Voraus geplant, zum Teil haben wir Freunde, Bekannte und Verwandte gefragt und danach unsere Route festgelegt. Anderes hat sich auch im Vorhinein ergeben, uns sprachen Freunde von Freunden an, lasen etwas über uns in einer Zeitung oder im Internet. Aber manchmal entscheidet es sich ganz spontan wo wir die Nacht verbringen. Dann klingeln wir so lange bei Menschen, bis wir einen Platz zum Schlafen gefunden haben. Oft geben uns die Leute auch eine Tipp „geht mal da und da hin, die nehmen oft solche wie euch auf“.
Bei unserer Planung bekamen wir den Tipp in Apotheken, Dorfläden oder bei der Post zu fragen, die kennen die Menschen im Ort meist gut und geben den entscheidenen Hinweis. „Und wenn alle Stricke reißen bekommt ihr bei der Kirche immer einen Platz.“ Das hat kurz vor Münster auch ganz gut geklappt, da kamen wir bei dem Pfarrer im Rosendorf Seppenrade unter, der hatte auch noch ein Abendbrot und Frühstück für uns und erklärte uns die Route für die Weiterfahrt, in der Gegend fährt halt jede*r Fahrrad.

Mittlerweile haben wir schon die verschiedensten Unterkünfte durch.

Wir schliefen in: Gästezimmern (manchmal luxuriös in getrennten Betten oder sogar Zimmern, mal mit echtem Bettzeug, mal in unseren Schlafsäcken), auf der Couch oder Luft-, Matratze im Katzen-, Arbeits-, Kinder-, Wohn-, WG- oder Wohnheimzimmer, auf der Isomatte in der Küche, auf Liegestuhlauflagen im Wohnzimmer oder Gartenhaus, auf einer Pritsche in der Datscha, im Zelt neben einer Kletterhalle mit zwei Schlafsäcken ineinander, auf einem Campingplatz in einem eigenen Wohnwagen mit Vorzelt, im Heu eines ehemaligen Heuhotels, in einem Ferienhaus nur für uns zwei, in einem Pensionszimmer, in einer Gästewohnung in einem Herrenhaus, in zwei Jugendherbergen, in einer Ferienwohnung mit Freunden und in zwei Wohnung für uns allein.

Wir sind voller Freude über all diese Erfahrungen! Über die vielen Menschen und verschiedenen Orte, die wir kennenlernen. Mittlerweile können wir uns oft sofort wohl und fast heimisch fühlen. Am Anfang waren da noch Hemmschwellen und schüchternen „Gästeallüren“. Die haben wir schnell abgelegt und schaffen es jetzt uns fallenzulassen und auch mit fremden Menschen direkt eine wunderbare Verbindung aufzunehmen.

Wenn ihr das nun lest und uns schon als Gäste hattet (oder noch haben werdet): fühlt euch fest umarmt! Danke, dass ihr uns diese Gastfreundschaft Deutschlands offen und herzlich spüren lasst!

Zahlen, Fakten und Erfolge

Kilometer insgesamt: 1175
Fahrtzeit insgesamt: 75,36 Stunden auf dem Rad
Tage unterwegs: 39

Durchfahrene Bundesländer: 6
Begleitung auf dem Rad: 42 Menschen
Spendenstand in € und Bäumen: 1825€, 365

Von Dinslaken bis Hamburg (17.4-10.5)

Mehr als 1/6 unserer Tour ist schon um. Wow wie die Zeit verfliegt!

Seit Dinslaken ist eine Menge passiert. Mit Micha waren wir in Oberhausen im Gasometer in der „Wunder der Natur“ Ausstellung. Das war wirklich lohnenswert, viele tolle Bilder unserer schönen Welt sind dort zu sehen.

Von Dinslaken aus radelten wir in Richtung Münster durch das schöne grüne Münsterland, vorbei an Haltern am See – ein Ort, den wir euch sehr empfehlen können. Abends durften wir in Seppenrade bei dem örtlichen Pfarrer schlafen. Am nächsten Tag fuhren wir entlang des Dortmund-Ems-Kanal nach Münster. Dort blieben wir eine Woche, um auf der Fietsenbörse schöne Fahrrädr zu bestaunen und Spenden zu sammeln. Die Fietsenbörse gibt es in vielen Städten, ihr könnt dort eigene alte Räder verkaufen oder gebrauchte neu kaufen (fietsenbörse.de). An dem Tag überraschte uns Najos Familie und wir verbrachten mit ihnen einen schönen Tag in der Fahrradstadt. Getoppt wurde das Ganze mit ein paar Tagen in einem Haus für uns, danke Dorit – wie schön es sich anfühlt die eigenen vier Wände um sich zu haben!

Von Münster aus ging es dann weiter nach Meppen. Von dort entlang der Hase und des Emskanals durch grüne Alleen, nach Dörpen. Weiter nach Oldenburg und dann hinterm Deich der Hunte und Weser nach Bremen.  Dort kamen wir durchnässt am Abend des 2. Mais an. Am nächsten Tag waren wir bei Bremen Vier zu hören und am übernächsten las Bremen über uns im Weserkurier – ein voller Erfolg: daraufhin meldete sich ein Sponsor und mehrer Interessierte. Z.B. Kamen einige zu unserem Infostand in der Innenstadt aufgrund des Artikels. Najo ging auf den Spuren Ihres Opas und besuchte dessen Wirkungsstätten. Bei dem ADFC hielten wir einen Vortrag zum Thema Radreisende.

Nach erfolgreichen Tagen in Bremen verließen wir die Stadt gemeinsam mit Maike, diese arbeitet als freie Journalistin und radelte drei Tage mit uns. Daraus entstehen zwei Beiträge für den Deutschlandfunk (Sonntagsspaziergang und Länderreport). Wir fuhren zusammen den Weser Radweg und trotzten dem Wind, die Sonne begleitete uns. In Rechtenfleth durften wir in einem ehemaligen Heuhotel schlafen, gegen Brennnessel raus ziehen bekamen wir auch noch ein warmes Abendbrot und ein Frühstück dazu – solche Tauschhandel bitte öfter!

Kurz nach Bremerhaven trennten sich unsere Wege und wir fuhren wieder alleine weiter nach Cuxhaven. Durch den Wald (nie hätten wir gedacht kurz vor dem Meer noch so viele Bäume zu sehen) radelten wir nach Döse und durften dort in einer Pension übernachten. Endlich mal wieder ein Tatort am Sonntagabend. Nach dem frühen Frühstück um Punkt 8 – die Meeresluft macht uns zu Frühaufsteherinnen  – inhalierten wir schnell Nordseeluft auf dem Weg nach Otterndorf.

Dort trafen wir im Fahrradladen „Velo im Dorf“ die ortsansässige Presse und aßen anschließend bei Janinas Onkel und Tante zum Mittag. Abends, in geselliger Runde, tauschten wir mit Interessierten aus Hechthausen bei dem BUND Klimaschutzgedanken aus. Die BUND Gruppe vor Ort engagiert sich zum Thema „Terra Preta“, eine klimagerechte Kompostgemisch-Erde für den Garten. Diese kluge Erde wollen sie unter die Menschen und Kinder an den Umweltschutz bringen. Ein tolles Projekt, an einem wunderschönen Ort, mit fröhlichen Menschen! (http://www.bund-cuxhaven.de/themen_und_projekte/umweltschutz/projekt_traumgarten_torffrei/)

Einen wichtigen Tipp bekamen wir dort auch: auf unserer Route fehlt Schleswig-Holstein! Also am nächsten Tag auf dem Weg nach Hamburg über die Elbe rüber schippern. Somit sind wir nun im 6. Bundesland auf unsere Tour. Hier in der Hansestadt an der Elbe sind wir noch übers Wochenende, radelt Samstag mit uns durch das Alte Land. Wir treffen uns um 13 Uhr am Alten Elbtunnel.

 

Zahlen, Fakten und Erfolge

Wir haben mittlerweile 834 Kilometer auf unserem Tacho.

Die sind wir in 33 Tagen geradelt, es ist also 1/6 unserer Radtour schon um.
In dieser Zeit haben wir 1697€ Spenden gesammelt, das ergibt 339 von 1000 Bäumen.

Hasberger Ökoradweg

In Bremen sind wir auf den Spuren nachhalitiger Projekte unterwegs gewesen und haben uns um Hasberg herum umgeschaut. Dafür bekamen wir sogar einige Bäume gestiftet! Das war im doppelten Sinne ein erfolgreicher Tag.

Der Klimawechsel ist machbar, wenn wir uns alle zusammen tun!

Die Sonne scheint ganz kostenlos, der Wind weht ohne, dass er dafür etwas verlangt – wir sollten diese tollen Energien nutzen und die Finger von Atom, Kohle usw. lassen.

Schaut euch hier die einzelnen Stationen an:

Hasberger Ökoradweg

Das Schöne am Fahrradfahren

Heute ist ein guter Zeitpunkt, um über das Radfahren nachzudenken.
Ich frage Najo: „was ist das Schöne am Fahrradfahrern?“ „Freiheit, Bewegung, Natur, frische Luft und Flexibilität.“ „Und was ist das Schöne am Radeln im Regen?“ „Erfrischung, durch Pfützen fahren, irgendwie fühle ich mich gereinigt.“
In Gedanken beantworte ich mir die Frage: „und was ist das Blöde?“ „Verfahren, schlecht ausgeschilderte Radwege, Probleme mit Bremsen und Schaltung, Dauerregen + Gegenwind + Kälte, verrutschende Polster von (Achtung Wortwitz:) arschteueren Radlerhosen, erfrierende Finger und Zehen, wasserdurchlässige Regenkleidung, Po- und Schulterschmerzen, einschlafende Finger. Das schlimmste aber: alles zusammen!“ So wie gestern also.
An dieser Stelle muss ich kurz den gestrigen Tag skizzieren: wir fuhren von Oldenburg nach Bremen, endlich angekommen in unserem geliebten platten Land.

Das passende Schietwetter hieß uns willkommen, das heißt dauerhafter Gegenwind mit ordentlich Kraft und Regen. Am Anfang freuten wir uns über die Schafe auf dem Deich, den weiten Blick, grasende Kühe und über endlose grüne Wiesen. Irgendwann aber war der Kopf gesenkt, der Blick nur noch stur auf den eigenen Schatten auf dem nass glänzenden Asphalt gerichtet und die Beine traten bleiernd und monoton in die Pedalen. Die geplanten „so 45 Kilometer“ wurden zu 60. Die geplanten 3 bis 4 Stunden zu 5,1/2. Die Kälte kroch langsam unter die Kleidung. Stetig liefen Rinnsale das Gesicht hinab, die Pfütze in den Schuhen wuchs zu einem See heran.
Nun ja. Es geht schlimmer! Und heute ist es schon wieder fast vergessen. Heute regnet es auch nicht mehr. Außerdem war das erst unser dritter Regentag. So wurde der Staub von den Rädern und Taschen gewaschen und die Schuhe mal ordentlich durchgespült. Beim Ankommen war die Freude über eine warme Dusche, Tee und warmes Essen auch sicher noch nie so groß. Und schmeckt nicht alles noch viel besser wenn mensch sich voller Freude auf das Essen stürzt?

Fahrradfahren ist also eine gute Möglichkeit den eigenen Körper und die Welt, die einen umgibt mal so richtig kennenzulernen, von all ihren Seiten.

Ich freue mich schon auf das Fahren im lauen Lüftchen, in kurzer Hose und mit sonnengebräunten Armen. Mal sehen was es dann zu Meckern gibt..

Den heutigen „Bürotag“ kann ich dadurch sogar genießen und mich auf drei Fahrrad freie Tage freuen. Also Bremen aufgepasst WIR SIND DA! Im Kalender seht ihr wo ihr uns treffen und hören könnt. Z.B. Jetzt gleich um 13:10 Uhr auf Bremen Vier (auf 101,2 oder 100,8 oder per Livestream: http://www.radiobremen.de/apps/bremenvier/mediabox/player.php) 

Habt einen entspannten Dienstag

eure Janina

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